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Review Electronic Family

30.7.2011 De Amsterdams BosAmsterdam _____________________________________________

Review Electronic Family

Review Electronic Family 30.7.2011De Amsterdams Bos Amsterdam Der Klang der Familie Über das Privileg, in kurzer Distanz zu meinen musikalischen Lieblingen aus den Niederlanden zu leben, die hier noch immer rätselhafterweise ignoriert werden, hab ich hier schon etliche Male schriftlich abgefeiert. Und werde es jetzt überraschungsfrei wieder tun. Wer jetzt schon angeödet ist, sollte lieber noch ne Runde Farmville auf Facebook spielen. „Electronic Family“die großartige Debütveranstaltung rund um die Clique von Armin van Buuren hat sich, so sei es vorab verraten, die höchste Punktzahl verdient, die man einer Danceveranstaltung verpassen kann. Doch von Anfang an: Nach quasi flughafenähnlichen Leibesvisitationen geht es auf das Gelände. Die rigiden Kontrollen bewirken eines: Ein fast komplett unverspultes, niveauvolles Ü30-Partyvolk. Fällt sofort an der angenehmen, stressfreien Atmosphäre auf. Alle schlendern. Es ist noch relativ leer gegen 11.00 Uhr morgens. Die Niederlande wachen auf und die Krauts sind schon rasiert und gestyled am Ort des Geschehens. Wie an den Liegen auf Gran Canaria. Aber da der frühe Vogel den Wurm fängt, bekommt unser Trüppchen direkt ein donnerndes Frühstücks-Set vom Techtrance-Hero Wippenberg auf die Ohren. Let the games begin! Das Bühnenbild verrät Großes. Olaf Dieckmann legt direkt das volle Pfund vor. Und wir beginnen zu tanzen. Ja, Heineken wird an diesem Tag an uns gut verdienen. Denn Tanzen macht durstig, nach den grandiosen Aly und Fila ist erstmal Päuschen im sitzen angesagt. Ist noch viel Tag übrig. Und die Orga ermöglicht trotz immer mehr eintrudelnden Menschen völlig problemlose Getränkeversorgung. Komplette Pflegestationen im Toilettenbereich, wo man sich schnell nachstylen und deodorieren kann. Und sich Q 10 Creme ins Gesicht kloppen darf!!! Beim verlassen dieses Eckchens streicht mir ein mittelalter, netter Clubber noch eine Strähne am Hinterkopf glatt, die ich vergessen habe. Himmel, was sind die Trancer speziell in Holland, für ein nettes Volk. Die Nummer mit der Strähne würde auf einer deutschen Veranstaltung zu 50 % zu körperlich ausgelebter Gewalt führen. Nicht so auf der zum Park umfunktionierten Notlandebahn des Schipholer Flughafens. Moet et Chandon hat einen eigenen Verkaufsstand, ebenso Grand Marnier. Daneben das pinke„Tosti Tent“ mit lustigen Sandwichverkäufern. Irre gemütlich ist das Ganze, obwohl hier nichts weniger am Start ist, als das größte, weltweite Outdoorfestival im Zeichen des Trance. Im „A state of Trance-Zelt, in dem schon die „ASOT 300“ zelebriert wurde, macht sich Leon Bolier auf, die Meute für die große Back 2 Back Schlacht aufzuwärmen.. Gleichzeitig feiern auf der „Family Stage“ die legendären Gabriel & Dresden ihr Comeback. Schiere Begeisterung befällt die schon zahlreichen Besucher. „ As the rush comes“, mehr braucht man nicht sagen…. Nach Rank 1 und Jochen Miller geht es rund, denn da erscheint der frischgebackene Vader Armin mit einem Riesenteddy hinter den Decks. Und sein Strahlen verrät, wie viel Liebe und Freude er musikalisch mit seinen Mitstreitern Markus Schulz, Ferry Corsten und Gareth Emery in die Menge holzen wird. Nahezu unfassbar wird im Zelt ein tranciges Feuerwerk ohne Pause abgeschossen. Welches mit Simon Patterson, Alex M.O.R.P.H und Sied van Riel bis zum Ende gnadenlos beschickt wird. Draußen auf der Main wird soundmäßig eine regelrechte Messe zelebriert. Gareth Emery und Mastermind Markus Schulz lassen den Dancern keine Pause. Es wird die reine alte Tranceschule gelehrt. Die Crowd scheint zu fliegen. Kristalline Harmonien, böse Bässe, wenig Vocals, nicht übertrieben uplifting. Draußen gibt Der Bruder von Armin, Eller ein Unplugged-Konzert im kleinen Rahmen. Wenn das nicht originell ist, was dann? Zum Beispiel die Ibiza-Stage, die feinste, ibizenkische Klänge denjenigen feilbietet, die den Tag bei entspanntem Downtempo-Sound verbringen möchten. Feinschmecker-Elektronik also, der die Trüffel endgültig mit dem Auftritt von Ferry Corsten aufgerieben werden. Hat man jemals ein Set von ihm gehört, was nicht sensationell war? Ich wüsste nicht. Die Euphoriekurve zeigt erneut nach oben. Tracks wie „Beautiful“ oder „Made of love“ haben mit Lokalradio-Tech a la Guetta soviel zu tun, wie Bata Ilic mit Cypress Hill. Liebevollstes Mixing, herausragende Spannungskurve und Flächen, die wie gemalt erscheinen. Ein Highlight sondersgleichen und dementsprechend abgefeiert. Danach steht das große Finale an und die Kräfte wollen jetzt noch mal gut eingeteilt werden, denn Papi Armin entert freudestrahlend das DJ-Booth. Wo nimmt der Mann die Kraft her, so gut drauf zu sein, jetzt, wo seine kleine Fenna ihm auch noch die Nächte raubt, die ihm eh schon permanent fehlen? Der Mann ist ein Tier und das macht er an den Pioneers auch sofort wieder klar. Sein Glück ist das seiner Audience und umgekehrt. Dieses Pingpongspiel verliert anscheinend nie den Reiz. Die Balance aus bombastischem Schwebesound und teilweise lupenreinem Techno kriegt weltweit niemand so hin wie Armin. Niemand, der je einen Gig von ihm erlebt hat und die Achterbahn, die seine Fans zelebrieren, wird es vergessen. Freudentränen fließen. Gekrönt wird „het feestje“ von einem herzzerreißenden Bühnenfeuerwerk und Ballonkaskaden über der entfesselten Menge. Armin verabschiedet sich mit der kompletten Crew von seinem Publikum und wird in einer halben Stunde die Monitorboxen mit dem Babyfon getauscht haben. Er hat alles richtig gemacht. Wer jetzt nicht total zertanzt ist, war nicht dort. Die freundlichen Partybesucher verlassen restlos glücklich im Schlendergang das Gelände. Shuttlebusse stehen in rauen Mengen parat. Als Krönung in der Aftershowphase stehen ein Besuch zu Fuß im Schipholer McDrive an. Der Laden ist zu, man muß sozusagen in den McWalk. Sehr geil! Bei der anschließenden Geburtstagsfeier einer Freundin in der Hotellobby leidet die Vertäfelung unter dem Beschuss eines Schampuskorkens. Egal, die Briten am Nebentisch ziehen mit ihrem erheblich ruppigeren Auftritt die Aufmerksamkeit der Security auf sich. Das perfekte Wochenende geht zuende mit einem Strandspaziergang am nächsten Tag. Vollgetankt mit guter Laune. Vergleich ich die Electronic Family orgatechnisch mit manchen, anderen Großveranstaltungen bei uns, so werde ich nachdenklich. Wie kriegen die Niederländer das aber auch immer so derart penibel hin, das kein, ich betone KEIN einziger Kritikpunkt laut werden kann? Als Fazit kann ich nur immer wieder empfehlen, mal ein großes Danceevent in den Niederlanden zu besuchen. Man traut seinen Augen und Ohren nicht. Schon jetzt ist die Neuauflage im nächsten Jahr in unserem Kalender eingetragen. Auch wenn danach wieder tagelang kein Körperteil mehr zu gebrauchen ist. Dank uw wel!!! Text: Oliver Korn Fotos: M.M